Vorgezogene „Abschlussfahrt“ der Klassen 9a und 9b

AMSTERDAM 2019

Aus terminlichen Gründen musste die Abschlussfahrt der 9. Klassen vorverlegt werden. Die Fahrt war, neben landeskundlichen, sprachlichen, sozialen, allgemeinbildenden und geografischen Aspekten, hauptsächlich als letzte Erholungsphase vor dem Quali angedacht. Nach einigen formellen und personellen Schwierigkeiten war es am Montag, den 25.02.2019, um 7.15 Uhr, endlich soweit: Take off!

Mit an Bord unseres, vom sympathischen Thomas gesteuerten, modernen und neuen Reisebusses waren insgesamt 27 Schüler aus beiden Klassen, die Klassenleiter und, „Gott sei Dank“, die gute Seele Silvia Harbich.

Montag, 25.01.2019

Die Anreise dauerte, genauso wie die Abreise, endlose 10 Stunden, aufgrund diverser Staus und der vorgegebenen Lenkzeiten unseres Piloten. Diese Zeit nutzten die Schüler ausgiebig und sehr eindrücklich, um den Erwachsenen ihren „Musikgeschmack“ einmal so richtig klangvoll nahezubringen. So erreichten wir unser „StayOkay“ – Hostel erst gegen Abend. Danach wurden die Zimmer bezogen und es folgte die Abarbeitung eines Kataloges an Belehrungen. Jetzt endlich wurden die erwartungsvollen und unruhigen Schüler auf Stadt und Bevölkerung losgelassen, um sich einen Lageplan des Zielortes zu erarbeiten, zu speisen, räumliche sowie zeitliche Entfernungswerte zu sammeln und abzuspeichern und um das allgegenwärtige und überwältigende Amsterdamer Radfahrernetz inklusive dessen absoluter, uneingeschränkter Vorfahrtsberechtigung praktisch zu erfahren. Um 21 Uhr war, wie an jedem Tag, Feierabend.

Dienstag, 26.01.2019

Nach dem Frühstück, immer zwischen 7.30 Uhr und 8.30 Uhr, stand eine Grachtenrundfahrt auf der Tagesordnung. Da das Hostel, laut Voucher (sprich: wautscher), nicht am eigentlich im Vorfeld angenommenen Ort war, sondern etwa 3km außerhalb des Stadtkerns, wurde die Entfernung zur Ablegestelle entweder zu Fuß bewältigt oder mit der Tram. Die Fahrt auf den insgesamt rund 100km langen Kanälen war sehr beeindruckend und via Audioguide gut erklärt. Man betrachtete dabei die Altstadt Amsterdams, die schönen Altbauten, Plätze und Attraktionen aus einem völlig anderen Blickwinkel, was auch die Schüler augenscheinlich zu schätzen wussten. Gegen Mittag hatten diese dann bis zum Abend Zeit für eine individuelle Altstadterkundung. Einige überfielen das benachbarte Hard Rock Cafe, andere sorgten für eine spürbare Umsatzsteigerung bei den heimischen Modeboutiquen und der Rest folgte den Lehrern zum größten und bekanntesten Tagesmarkt, mit Ständen aller Kategorien, dem Albert Cuypstraat Market. Kulinarische Bedürfnisse wurden zwischenzeitlich befriedigt.

Mittwoch, 27.01.2019

Zuerst besuchten wir „Madame Tussauds“ und dann „the Amsterdam Dungeon“. Das Wachsfigurenkabinett von Mme Tussauds zeigte, nach meinem Geschmack, etwas zu wenige bekannte Figuren und zu viele holländische Elaborate. Den Schüler war das egal, sie hatten ihren Spaß und testeten die Speicherkapazität ihrer Handys.

Im „Amsterdam Dungeon“ waren Handys zum Glück nicht erlaubt. Das Gruseltheater und -museum brachte Ereignisse aus der dunklen Geschichte Amsterdams dem Besucher, in 11 Szenen, interaktiv und spielerisch im Schummerlicht näher. Es wurde derart spannend, gruselig und beeindruckend dargeboten, dass sich so mancher schulbekannte, gestandene „Möchtegernmacho“ am Rande eines Nervenzusammenbruches befand, ins Wachkoma fiel oder hilfesuchend nach den Händen der Mitschüler tastete. Anschließend verteilten sich nun deutlich größere Schülergruppen in der Altstadt, auch die Nacht war für die wachhabenden Lehrkräfte deutlich ruhiger und entspannter.

Donnerstag, 28.01.2019

Dieser Tag stand ganz im Zeichen eines Besuches der Käse- und Holzschuhmanufaktur bei „Clara Maria“, einem Bauernhof etwa 30km südwestlich von Amsterdam. Zuerst wurde unter „Mithilfe“ einer Schülerin demonstriert, wie aus einem einfachen Holzscheit ein Clog gefräst wurde. Dieser Herstellungsprozess war für die Schüler interessant, weil er neu, leicht nachvollziehbar ausgeführt und auf einfache Produktionsschritte reduziert wurde. Wie die Milch zum Käse wird, schilderte uns darauf die Frau des Bauern sehr ausführlich, leider komplett auf Englisch. So blieb der schwierige Verfahrensweg für viele, nach wie vor, ein Geheimnis – schade. Die darauffolgende Verkostung im Verkaufsraum des Hofes war bei den Schülern äußerst willkommen und so manche Ware wechselte den Besitzer. Den Haag war das letzte Ziel an diesem Tage. Vorbei am Internationalen Gerichtshof ging es direkt an die ziemlich kalte Nordsee und für ein paar unempfindliche Schüler noch bis zu den Knien weiter. Dann löste sich der Pulk auf und die Uferpromenade mit ihren vielen Ständen, sowie „De Pier“ (eine Einkaufspassage mit Attraktionen auf Stelzen ins Meer hinaus), bildeten die Enddestination. Leider trübte abschließend ein auch nonverbal ausgetragener Disput mit einer niederländischen Jugendgang den schönen Tag. Bei der daher vorgezogenen Bettruhe herrschte dann absolutes „Ausgangsverbot“.

Freitag, 01.03.2019

Lange, auch wegen der beginnenden Winterferien und des Karnevals im Ruhrgebiet, aber ruhige, da viele Schüler und vor allem die Nachwuchs-DJs den fehlenden Schlaf nachholten, Rückreise ins gelobte Land

R.Hofmann